Keynotes
designing design
Kim Albrecht (Folkwang Universität der Künste)

Tag: Montag, 31.08.2026
Zeit: 09:30 am – 10:30 am
Raum: LX 1205 (Audimax)
Das Motto „Transforming Interactions“ verdient einen Moment des Nachdenkens. Was genau verändern wir, und warum? Diese Keynote schlägt Informationsdesign als eine Möglichkeit vor, die Schnittstellen, Berechnungen und Datenstrukturen, in denen wir leben, zu beobachten und diese Beobachtung in eine Denkweise durch gestaltete Strukturen umzusetzen. Die Prämisse ist einfach und beunruhigend: Wir gestalten die Welt, und die Welt gestaltet uns im Gegenzug. Was und wie wir sind, wird von den Systemen geprägt, in die wir uns einbetten: wie wir arbeiten, wie wir uns durch Städte bewegen, wie wir kommunizieren, wie wir Liebe finden. Nirgendwo wird dies deutlicher als in unseren digitalen Lebensrealitäten, in denen Schnittstellen und Datenstrukturen still und leise einen Großteil unserer Alltagserfahrungen bestimmen. Dem Begriff des ontologischen Designs folgend ist Gestalten niemals nur das Schaffen von Dingen; es ist das Schaffen dessen, was wir sind. Wenn Schnittstellen ontologisch sind, dann kann Informationsdesign als Beobachtung zweiter Ordnung fungieren: als eine Praxis, die die strukturierenden Strukturen sichtbar macht. Anhand einer Reihe von Projekten werde ich nachzeichnen, wie dies in der Praxis aussieht. Am Ende werde ich die Frage stellen, was es bedeutet, nicht nur für das zu gestalten, was unsere Systeme sichtbar machen, sondern auch für das, was sie verdrängen, vernachlässigen oder unsichtbar lassen.
Vita
Kim Albrecht gestaltet Informationen, um soziotechnologische Konstrukte zu untersuchen. Er ist Professor für Informationsdesign an der Folkwang Universität der Künste in Essen, Principal am metaLAB der Harvard University und Faculty Associate am Berkman Klein Center for Internet & Society der Harvard University. Durch investigative Methoden macht Albrecht die Weisen und Perspektiven sichtbar, mit denen Daten die Welt konstruieren. An der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher, philosophischer und künstlerischer Praxis veranschaulichen die daraus resultierenden Diagramme, wie Design die Realitäten um uns herum gestaltet.
Mit KI ins Burnout? Die (Neben-)Wirkungen des Hypes
Julia Pedak (Systemische & Psychologische Beraterin)

Tag: Dienstag, 01.09.2026
Zeit: 09:30 am – 10:30 am
Raum: LX 1205 (Audimax)
KI soll uns entlasten. Warum fühlen sich dennoch so viele Menschen immer erschöpfter? Vielleicht ist die größte Nebenwirkung von KI nicht technischer Natur, sondern psychologischer. Denn der rasante digitale Wandel wirkt auch auf unsere Psyche.
Die Keynote beleuchtet anhand konkreter Beispiele aus dem Arbeitsalltag die ambivalenten Wirkungen des aktuellen KI-Hypes. Ergänzt durch aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Psychologie wird der Frage nachgegangen, warum Technologien, die eigentlich entlasten sollen, zunächst häufig zusätzlichen Stress erzeugen: von Überforderung und Veränderungsdruck über Unsicherheit bezüglich der eigenen beruflichen Zukunft bis hin zu neuen zwischenmenschlichen Kommunikationsformen.
Dabei geht es nicht um Technikfeindlichkeit, sondern um eine menschliche Perspektive auf Digitalisierung:
- Was brauchen wir, um mit tiefgreifenden Veränderungen gesund umzugehen?
- Welche Rolle spielen psychologische Sicherheit, soziale Beziehungen und Resilienz in Zeiten von permanenter technologischer Veränderung sowie wirtschaftlicher und politischer Krisen?
- Und wie können wir digitale Arbeit so gestalten, dass nicht nur Systeme effizienter werden, sondern auch Menschen langfristig gesund bleiben?
Die Keynote versteht sich als Impuls zum gemeinsamen Nachdenken und Diskutieren über die Frage, wie wir in Zukunft arbeiten, kommunizieren und miteinander leben möchten.
Vita
Julia Pedak ist als Systemische und Psychologische Beraterin in Bonn sowie online tätig. Sie unterstützt Einzelpersonen rund um die Themen Work-Life-Balance, mentale Gesundheit und Karriereentwicklung. Teams begleitet sie dabei, Resilienz zu stärken, Veränderungen gesund zu gestalten und eine wertschätzende Kommunikation zu fördern. Als zertifizierte MHFA Instruktorin bildet sie zudem Ersthelfende für psychische Gesundheit (Mental Health First Aid) aus.
Nach ihrem Studium der Germanistik und Kulturwissenschaften arbeitete Julia Pedak in der Unternehmenskommunikation und im Marketing einer IT-Beratung sowie eines Softwareherstellers. Insgesamt verfügt sie über mehr als acht Jahre Berufserfahrung in der IT-Branche. Heute verbindet sie ihre Erfahrungen aus der digitalen Arbeitswelt mit psychologischer Beratung. Dieses Wissen vermittelt sie in Vorträgen, Workshops und Trainings zu Themen wie Stress, Resilienz, psychischer Gesundheit, Kommunikation und dem Umgang mit Veränderungen.
